Spurensuche

Woraus besteht eine Spur?

  1. Bodenverletzungen:
    Durch den Druck des Fußes, der Pfote oder durch das Schleifen eines Objektes entstehen Bodenverletzungen. Diese Bodenverletzungen riechen anders als der unberührte Boden, weil der Untergrund an der Stelle des Trittes verdichtet wird. Der Tritt zerstört Pflanzen und Mikroorganismen; biochemische Prozesse laufen ab und der Gärungsprozess beginnt. Organische Tier-(Mikroorganismen) und Pflanzenmaterialien zersetzen sich langsam und geben Gase frei. Natürlich entstehen auf Gras oder Waldboden mehr Bodenverletzungen als auf Teer oder Asphalt.

  2. Individualgeruch:
    Es fallen aber immer auch Materialanhaftungen oder anhaftende Duftmoleküle von dem Menschen, Tier oder Objekt herunter. Dies können Hautschuppen, Haare, Ausscheidungen (Schweiß) und Mikroorganismen (von der Haut, Schleimhaut) sein, aber auch Kleiderfasern. Tiere können zudem über Duftdrüsen einen Individualgeruch hinterlassen. Auch der „echte“ Schweiß (=Blut) einer natürlichen Krankfährte (verletztes, blutendes Wild) trägt einen Individualgeruch. Ein über den Boden geschleifter Gegenstand (Dummy, Käsestück) hinterlässt ebenfalls einen Individualgeruch.

  3. Künstliche Komponente:
    Zu der Bodenverletzung und dem Individualgeruch kommt der Geruch von zusätzlichen Duftstoffen, die künstlich auf die Spur auftragen werden, wie Würstchenwasser oder Vanillepulver.

Mantrailing

Nasenarbeit
Sienna beim Trailen

Beim Mantrailing verfolgt der Hund eine spezifische Menschenspur anhand eines Geruchsartikels; diese kann im Wald sein, aber auch in einer belebten Fußgängerzone. Das Ziel besteht darin, schnellstmöglich die gesuchte Person aufzufinden. Dabei darf der Hund die Spur für kurze Zeit verlassen.

ID-Tracking

Spürnasenarbeit
Junnie sucht akribisch die Spur ab

Die Aufgabe des Hundes beim ID-Tracking besteht darin, eine Spur exakt auszuarbeiten. Er nimmt die Spur einer gesuchten Person auf und verfolgt diese bis zum Ende; dabei kann er auch Objekte anzeigen, die die Person weggeworfen hat. Dabei arbeitet er absolut spurtreu, auch auf Asphalt.

Schleppspuren

Nasenarbeit
Julie verfolgt eine leckere Käsespur

Schleppspuren sind künstlich gelegte Spuren für den Hund, die man durch das Sprühen von Würstchenwasser, das Ziehen von Knochen, das Streuen von Pansenpuder oder das Auslegen von Käsestückchen herstellen kann. Das macht jedem Hund sehr viel Spaß und ist eine gute Vorbereitung für das Mantrailen oder ID-Tracking.